Facebook Fail

Viele meiner Kontakte posteten in den letzten Tagen einen Kettenbrief, in dem sie den „neuen Facebook-Richtlinien“ widersprechen. Allerdings gibt es gar keine neuen Richtlinien. Diese wurden seit dem Jahr 2015 nicht mehr verändert. Festzustellen ist zunächst, dass die Nutzungsbedingungen der sozialen Netzwerke für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierte Vertragsbedingungen darstellen. Schlichtweg auch AGB’s genannt. Auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen wird bereits im Rahmen der Registrierung hingewiesen. Durch die Erstellung eines Kontos akzeptiert der Nutzer automatisch die geltenden Bestimmungen, so dass sie zunächst wirksam in das Vertragsverhältnis zwischen Nutzer und Plattformbetreiber einbezogen werden. Um überhaupt eine Teilnahme an diesem Netzwerk zu ermöglichen, benötigt dieser jedenfalls das Recht, die eingestellten Inhalte zu vervielfältigen, sie öffentlich zugänglich zu machen und auch zu bearbeiten. Der Nutzer räumt Facebook durch das Einstellen der Inhalte eine „nicht exklusive übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher Inhalte“, die auf oder im Zusammenhang mit Facebook gepostet werden, ein. Das Urheberrecht ist somit nicht betroffen.  Die Literatur ist nur der Ansicht, dass der Gedanke einer Inhaltskontrolle zu berücksichtigen ist.

Zudem wird für den Juristen schnell klar, dass der Kettenbrief völliger Unsinn sein muss, denn im StGB gibt es keine Artikel, sondern nur Paragraphen. Die dort genannten Paragraphen, bzw. „Artikel“ haben einen vollkommen anderen Inhalt. Bei der Änderung von Richtlinien, würden die User unter anderem aufgefordert werden, diese Änderungen durchzulesen und anzunehmen. Eine schriftliche Einwilligung ist nicht nötig. Auch ein Mausklick bestätigt immer eine Willenserklärung. Dieser Kettenbrief ist in jedem Wort falsch – Spoiler Alarm!

Deshalb ist immer besonders darauf zu achten, was man in sozialen Netzwerken preisgeben möchte. Für den Inhalt ist und bleibt man immer selbst verantwortlich.

Urheberrecht – Bilder in sozialen Netzwerken

Wir alle kennen das: Neue Reiseziele, gutes Essen, Abende mit Freunden und unzählige andere Momente, die wir mit unseren liebsten Mitmenschen auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter & Co. teilen möchten. Doch was darf ich eigentlich posten? Sind alle Bilder und privaten Fotos für die Öffentlichkeit vorgesehen und rechtens? Hier die Antwort und einige ratsame Tipps dazu:

Haben Sie das Bild selbst erstellt, gibt es keine Probleme. Sie sind dann Urheber und haben alle Rechte an diesem Bild. Sie entscheiden selbst, wie und wann es veröffentlicht und verbreitet werden darf. Wenn es sich um ein fremdes Bild handelt, sind Sie nicht Urheber und haben keinerlei Rechte und dürfen dieses auch nicht in sozialen Netzwerken verbreiten. Wichtig ist, dass jedes Bild immer urheberrechtlich geschützt ist. Dies gilt auch für das noch so kleine verschwommene Foto. Wenn Sie allerdings den Urheber der Nutzungsrechte um Erlaubnis bitten das Bild zu nutzen, dürfen Sie dies mit dessen ausdrücklichen Erlaubnis auch tun. Im geschäftlichen Bereich wird die Nutzung fremder Bilder durch Lizenzvereinbarungen geregelt und ist oft mit hohen Kosten verbunden.

Vorsicht also beim Posten von Bildern und Videos, die Sie nicht selbst erstellt haben, die Rechte liegen nicht bei Ihnen. Fragen Sie den Urheber vorab immer um seine Erlaubnis. Achten Sie vorallem auch darauf, dass Sie bei eigenen Fotos kein fremdes „Werk“ im Sinne des Urheberrechts fotografiert haben und dass keine fremden Personen auf den Bilder auftauchen. Auch diese haben ein Recht am eigenen Bild. Ebenso bei fremden Häusern oder innerhalb von Gebäuden kann nur der Eigentümer (Hausherr) entscheiden, ob er der Veröffentlichung zustimmt.

Eine rechtswidrige Verbreitung fremder Bilder kann mit hohen Kosten verbunden sein. Achten Sie stets darauf, welche Bilder und Videos Sie der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Theresia Bohl