Sechs Tipps für mehr Motivation bei der Arbeit

Motivationsstrategien helfen, die Energien wieder zum Fließen zu bringen. Lob und Anerkennung kommen oft zu kurz. Unmotivierte Mitarbeiter kosten jährlich Millionen.“

Jeder von uns kennt diese Tage. Man möchte am liebsten die Decke über den Kopf ziehen oder die Zeit draußen in der Sonne verbringen. Wir hören oft Worte wie: „Ich will nicht, ich mag nicht, muss das sein?“ Sich zu verstecken nützt jedoch nichts. Der Chef und die Kollegen warten. Wie motiviere ich mich selbst an solchen Tagen?

Bewusst positiv denken

Ein langes Meeting mit den Kollegen, das Telefonat mit schwierigen Mandanten oder Verhandlungen mit dem Vorgesetzten. Alles für uns scheinbar negative Gedanken. Sie stehlen uns Energie. Statt an die schlechten Aspekte zu denken, gestalten Sie Ihren Tag positiv und richten Sie Ihren Fokus auf all die Dinge, die Ihnen Freude bereiten werden.

Belohnung

Stellen Sie sich selbst ein Highlight des Tages in Aussicht. Freuen Sie sich auf das, was nach getaner Arbeit passiert. Wir können uns selbst gefühlstechnisch darauf einstellen und hinarbeiten.

Kleine Schritte

Stellen Sie sich die Frage, welche Arbeit höchste Priorität hat. Packen Sie sich kleine Pakete, die Sie Schritt für Schritt erledigen. Arbeiten Sie konzentriert 90 Minuten an einer Aufgabe und machen eine 15-minütige Gedankenpause von dem Projekt. Durch die kleinen Ziele erleben wir immer wieder Erfolgsmomente und der Weg zum Tagespensum erscheint leichter.

5-Minuten-Deal

Es gibt diese unangenehmen Aufgaben, die wir immer wieder versuchen nach hinten zu schieben. Verpflichten Sie sich, für diese Aufgabe 5 Minuten zu investieren. Reduziert sich das negative Gefühl, arbeiten Sie weiter an diesem Projekt. Sie werden merken, dass alles halb so schlimm ist.

Nicht unterbrechen lassen

Der Aktenstapel muss heute noch weg? Lassen Sie sich nicht unterbrechen. Schauen Sie nicht in Ihre E-Mails und leiten das Telefon um. Unterbrechungen machen die Aufgabe nur noch schwieriger.

Relationen setzen

Hier ist der berühmte Blick über den Tellerrand gemeint. Denken Sie einmal daran, wie viele Menschen keinen Job haben, gemobbt werden oder Tätigkeiten ausüben, die keiner von uns gerne machen würde. Sich zu vergegenwärtigen, was man selbst erreicht hat und auf welchem Niveau man klagt, hilft die Arbeit gelassener und positiver zu betrachten.

Mir ist durchaus bewusst, dass viele von Ihnen denken, dass einige Punkte nicht umsetzbar sind. Aufgaben müssen sofort und noch heute erledigt werden, usw. Trauen Sie sich das Thema bei Ihrem Vorgesetzten anzusprechen. Dieser profitiert nicht von unmotivierten Mitarbeitern und das ist ihm durchaus bewusst. Viele sind dankbar über solche Tipps und nehmen sich ihnen gerne an.

„I can’t understand why people are frightened of new ideas. I’m frightened of the old ones“ – John Cage

Mit mehr Motivation in den Tag starten!

Bei diesem Thema liegt es an uns selbst, das Beste daraus zu machen. Demotivierte Menschen starten oft mit den drei größten Denkfehlern: „Die äußeren Umstände demotivieren mich; Denen zahle ich es heim; Ich muss positiv denken!“ Menschen neigen dazu, andere für ihre unbefriedigende Lage verantwortlich zu machen. Oder haben Sie schon jemanden kennengelernt, der Frust im Job schiebt und sagt: „Vielleicht ist es auch ein klein wenig meine eigene Schuld…?“ Warum schaden sich Menschen mit ihren Vorstellungen selbst? Die Frage ist ganz simpel zu beantworten: Äußere Umstände für die eigene Motivation verantwortlich zu machen, ist uns anerzogen worden. Die Welt ist darauf ausgelegt, dass Menschen nicht agieren, sondern reagieren. Doch wer glaubt, dass sein Unternehmen für die eigene Motivation verantwortlich ist, bremst sich nicht nur aus, sondern fühlt sich auch noch schlecht dabei. Wer auf andere angewiesen ist, fühlt sich – zu Recht – abhängig. Es gibt eine Haltung, mit der man sich eindeutig besser fühlt, nämlich der „Glaube an die persönliche Eigenmacht.“ Derjenige Mitarbeiter fühlt sich besser, der aktiv ist, der verändert, der agiert. Viele Mitarbeiter, die sich von ihrem Unternehmen demotiviert fühlen, möchten deshalb in der Firma Unruhe stiften. Viele denken, ihnen ginge es dann besser. Dies ist ein Irrglaube! Denn das Verhältnis zwischen Angestellten und Unternehmen ist wie eine Beziehung: Verliert eine Seite, verlieren im Endeffekt beide Seiten. Was ich Ihnen versuche mitzugeben ist, dass Sie sich eventuell längst weiterentwickelt haben, neue Herausforderungen suchen und der Weg, ein neuer beruflicher Weg sein muss. Das ist völlig normal und verändert sich bei Menschen psychologisch gesehen alle sieben Jahre, ein langer Prozess, über den man sich genaue Gedanken machen sollte. Das können aber auch nur Sie ändern! Ist Ihre persönliche Situation aber noch nicht komplett festgefahren sowie gedanklich abgeschlossen – Sie hängen an dem Unternehmen und Ihnen macht die Arbeit eigentlich nach wie vor Spaß, „wäre da nicht…“ suchen Sie die Gespräche, um Lösungen zu schaffen und treten in die sogenannte „Eigenmacht“. Sie können etwas bewegen, müssen sich dann aber mit den Gegebenheiten des Unternehmens zufriedenstellen. Ihr Arbeitgeber trägt nicht die Schuld für Ihre innere Unzufriedenheit. Effizientes Arbeiten entsteht immer im Zusammenspiel von beiden Seiten.

Praxistipp:
Die Biorhythmus-Kurve schwankt in Wellenbewegungen über den Tag verteilt. Die natürliche Willenskraft nimmt im Laufe des Tages ab. Der schnellen fallenden Motivation können Sie entgegenwirken, indem Sie Störungsquellen verschieben. Nur so ist es möglich, in den sogenannten Flow zu kommen. Wenn Sie morgens aufwachen, ist der Körper ausgeruht und verfügt über Energiereserven. Deshalb sollte man in diesem Zustand, die schwierigen und eher unangenehmen Aufgaben bewältigen, statt zunächst die Zeitung zu lesen, zwei Stunden E-Mails zu checken und sich mit den vorerst belanglosen Dingen zu beschäftigen. In dem Moment lenken Sie sich mit den Problemen von anderen Menschen ab und das kostet viel Willenskraft, die Sie den Tag über benötigen. Kümmern Sie sich zuerst um die Top-Prioritäten! Wenn Sie die schwere Aufgabe, die man gerne vor sich herschiebt bewältigt haben, können Sie sich um die anderen „Störfaktoren“ kümmern. Mit dieser einfachen Umstellung kann man viel positive Energie freisetzen. Verschwenden Sie Ihre Motivation morgens nicht für belanglose Dinge, sondern nutzen Sie diese und Ihre natürliche Willenskraft, um in Zukunft mit mehr Motivation zu starten.

 

Theresia Bohl